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17.06.2009 | 16:14

Deutschen - (Zusammenfassung - Neu: Stahlberg, Schöl, Details) Deutsche lieben die deutsche Sprache - 43 Prozent finden Verständigung mit Migranten schwierig - 2000 Menschen befragt --Von Nadine Emmerich--

Berlin (ddp) Die meisten Deutschen sind mit ihrer Sprache hoch zufrieden: 87 Prozent geben laut einer am Mittwoch in Berlin vorgestellten Studie an, dass ihnen die deutsche Sprache gut bis sehr gut gefällt.

Berlin (ddp). Die meisten Deutschen sind mit ihrer Sprache hoch zufrieden: 87 Prozent geben laut einer am Mittwoch in Berlin vorgestellten Studie an, dass ihnen die deutsche Sprache gut bis sehr gut gefällt. 56 Prozent empfinden Stolz für ihre Sprache, 47 Prozent sogar Liebe. Zugleich betrachtet etwa die Hälfte der Befragten (53 Prozent) die künftige Entwicklung des Deutschen mit gemischten Gefühlen, 30 Prozent finden sie «besorgniserregend». 43 Prozent bewerten die Verständigung mit Einwanderern als schwierig oder sehr schwierig.

Für die repräsentati

ve Studie des Instituts für Deutsche Sprache (IDS) in Mannheim und des Lehrstuhls Sozialpsychologie der Universität Mannheim wurden bundesweit rund 2000 Menschen befragt, darunter auch Nicht-Muttersprachler. Gefragt wurde auch nach Dialekten und fremdsprachigen Akzenten.

IDS-Direktor Ludwig M. Eichinger sagte, er sei überrascht von dem «unglaublich positiven Urteil» über die eigene Sprache. Er habe «mehr Kritisches und Negatives» erwartet. Gerhard Stickl vom IDS sagte, in Deutschland sei im Vergleich zu anderen europäischen Ländern bisher wenig über die sprachlichen Verhältnisse bekannt. Dies gelte vor allem auch mit Blick auf Migranten.

Mehr als die Hälfte der Deutschen (60 Prozent) sprechen der Studie zufolge einen Dialekt. Die meisten Dialektsprecher leben im Süden und Südwesten: Im Saarland sind es 94 Prozent, in Bayern und in Baden-Württemberg je 86 Prozent. Im Ostteil Berlins liegt der Anteil bei 83 Prozent. Die meisten Sympathien brachten die Befragten dem Norddeutschen entgegen (24 Prozent), als besonders unsympathisch wurde dagegen Sächsisch bewertet (30 Prozent). Zusammenhänge zwischen Dialekt und Bildungsgrad gibt es laut der Studie nicht.

In der Riege der positiv bewerteten fremdsprachigen Akzente schneidet nach Angaben von Christiane Schöl von der Universität Mannheim der französische am besten ab (36 Prozent). Deutsch mit einem italienischen Akzent gefällt 21 Prozent der Befragten. Schlechter schnitten der russische, türkische und polnische Akzent ab.

44 Prozent der Befragten monierten, dass Einwanderer in bestimmten Lebensbereichen überwiegend ihre Muttersprache sprächen. Dagmar Stahlberg von der Universität Mannheim nannte es alarmierend, dass die Kommunikation mit Migranten häufig als schwierig empfunden werde.

Während 1997/98 nur 53 Prozent der Deutschen Veränderungen an ihrer Sprache auffielen, sind es heute 84 Prozent. Als Grund wurden die Medien (37 Prozent), Ausländer und Migranten (26 Prozent), die Jugend (22 Prozent) sowie der Einfluss fremder Kulturen und Sprachen genannt. Sorgen machen den Befragten laut Eichinger aber nicht einzelne Anglizismen, sondern die Vermutung, dass künftig in ihrem Job nur noch Englisch gesprochen werden könnte.

78 Prozent der Deutschen sind darüber hinaus dafür, dass mehr für die deutsche Sprache getan werden sollte. Ein Gesetz zum Schutz der deutschen Sprache lehnen 58 Prozent jedoch ab. Vor allem von Lehrern, Schulen und Jugendeinrichtungen wird erwartet, dass sie sich stärker um die Sprache kümmern (73 Prozent).

(Quellen: alle vor Journalisten in Berlin)

ddp/nad/han






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