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29.10.2009 | 15:19

Verlage - Niederdeutscher Buchmarkt im Wandel

Verlage - Niederdeutscher Buchmarkt im Wandel
Verlage - Niederdeutscher Buchmarkt im Wandel

30 Verlage präsentieren Neuheiten auf 12. Plattdeutscher Buchmesse Literarische Neuheiten und etablierte Titel in niederdeutscher Sprache präsentiert die 12. Plattdeutsche Buchmesse am 7. und 8. November in Hamburg. Auf der in ihrer Art einzigartigen Buchmesse sind in diesem Jahr 30 Verlage aus allen Teilen Norddeutschlands mit rund 550 verschiedenen Titeln vertreten.

Literarische Neuheiten und etablierte Titel in niederdeutscher Sprache präsentiert die 12. Plattdeutsche Buchmesse am 7. und 8. November in Hamburg. Auf der in ihrer Art einzigartigen Buchmesse sind in diesem Jahr 30 Verlage aus allen Teilen Norddeutschlands mit rund 550 verschiedenen Titeln vertreten, darunter etwa 100 Neuerscheinungen, wie die Hamburger Carl-Toepfer-Stiftung und das Bremer Institut für niederdeutsche Sprache als gemeinsame Veranstalter am Donnerstag mitteilten. In dem Spektrum aus Büchern, Hörbüchern und Musikalien dokumentiert sich nach Einschätzung von Experten auch ein

Wandel innerhalb des niederdeutschen Buchmarktes.

Nach Angaben von Institutschef Reinhard Goltz setzen vor allen die kleinen Verlage Hoffnungen auf Events wie die Buchmesse. Denn im Gegensatz zum breiten Buchmarkt, der wenig Auswirkungen der Wirtschaftskrise spüre, klagten sie über einen «absolut stagnierenden Markt». In den Verlagsprogrammen zeige sich deshalb «viel Bewährtes und wenig Neues nach der Devise ´Kein großes Wagnis´».

Nachholbedarf besteht Goltz zufolge in der Verbreitung von Kinderliteratur. Seit einigen Jahren gebe es zwar ein «vorzeigbares» Angebot an Kinderbüchern, «nur alle finden es toll, aber keiner kauft». Verlage reagierten enttäuscht, weil zum Beispiel angesprochene Kindereinrichtungen nicht reagierten.

Als neu konstatieren Experten auf dem plattdeutschen Buchmarkt einen Trend hin zu mehr Sachbüchern. Diese hätten bis vor wenigen Jahren auf dem Markt praktisch völlig gefehlt, jetzt planten einige Verlage erstmal Titel. Viele liebäugelten zudem zunehmend mit zweisprachigen Ausgaben.

Rückläufig ist den Angaben zufolge das Hörbuchsegment, dessen Verkaufszahlen sinken. In elektronischer Form, sogenannten E-Books, setzt sich plattdeutsche Literatur offenbar nur äußerst zögerlich durch. Das Problem sei die noch zu geringe Verbreitung der Lesegeräte, so Goltz. Seit April sei mit dem Quickborn-Verlag, der zehn plattdeutsche Titel für E-Books aufgelegt habe, ein erstes Haus damit am Markt.

In einer akuten Krise steckt nach Einschätzung von Experten die plattdeutsche Lyrik. «Hier droht ein Literaturzweig wegzubrechen», sagte Goltz. Lyrik, die vor Jahren noch beherrschend gewesen sei, «findet heute kaum noch zum eigenen Buch». Während Bestandslyrik in Veranstaltungen ein breites Publikum habe, fänden Autoren für Neues kaum noch Verlage.

Zu den markanten diesjährigen Neuheiten zählte Goltz unter anderem den zweiten Band von Fritz Reuters Briefen aus dem Rostocker Hinstorff Verlag. Der erste Band war im Vorjahr erschienen, 2010 soll dann ein letzter folgen. Hinstorff begeht damit auch das Jubiläum von 150 Jahren plattdeutscher Literatur im Verlagsprogramm. Aus dem gleichen Haus kommt auch ein «Großes Wossidlo-Lesebuch». Ebenfalls aus Mecklenburg bietet der Rostocker Verlag Redieck & Schade das Pflanzen- und Tierwörterbuch «Wecker weit dat noch?» an.

Einen der wenigen neuen Lyrikbände widmet der Oldenburger Isensee-Verlag dem kürzlich verstorbenen Carl Scholz mit «Anner Farv dat». «Schnacks för jeden Dag» ist ein zeitloser Plattsprüche-Kalender, der ebenso wie die Bände «Dree in Een» von Ina Müller und «Allens logen!» von Gerd Spieckermann aus dem Quickborn-Verlag kommen. Eine Besonderheit in Westfalen-Platt präsentiert der Aschendorff-Verlag Münster mit dem Lexikon «Kahls Plattdüütske Naokieksel», illustriert mit 1650 Bildern.

Hamburg (ddp-nrd)






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