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Marktberichte
14.03.2010 | 16:05

Meineid-Prozess gegen früheren Mercedes-Manager wird neu aufgerollt

Der Meineid-Prozess gegen einen früheren Topmanager von Daimler wird neu aufgerollt. Wie die «Stuttgarter Nachrichten» (Montagausgabe) berichten, findet die Berufungsverhandlung gegen den langjährigen Mercedes-Inlandsvertriebschef Jürgen Fahr vom 21. April an vor dem Landgericht Stuttgart statt. Für den Prozess seien insgesamt drei Verhandlungstage angesetzt, sagte eine Sprecherin des Gerichts dem Blatt.

Der 62-Jährige war im Oktober vergangenen Jahres vom Stuttgarter Amtsgericht zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er als Zeuge im Prozess gegen einen Graumarkthändler im Jahr 2002 unter Eid die Unwahrheit gesagt hatte. Fahr habe von Graumarktgeschäften gewusst, dies aber damals vor Gericht bestritten und damit zur Verurteilung des Graumarkthändlers wegen Betrugs mit beigetragen, befand das Gericht. Fahrs Anwalt hatte bereits kurz nach dem Urteil angekündigt, in Berufung gehen zu wollen. Es gehe um die Ehre seines Mandanten, sagte er.

Fahr war von 1993 bis 2005 Chef des Inlandvertriebs von Mercedes. Ende 2005 wurde er von der Führung der damaligen DaimlerChrysler AG wegen Unregelmäßigkeiten fristlos entlassen, einigte sich mit dem Konzern später allerdings außergerichtlich auf eine Abfindung. Er arbeitet momentan als Berater in München.

Bei Graumarktgeschäften werden Fahrzeuge am offiziellen Vertriebsnetz vorbei zu günstigen Konditionen verkauft, um insbesondere bei schwer verkäuflichen Modellen die Absatzzahlen zu erhöhen. Solche Geschäfte sind nicht illegal, stellen aus Sicht der Wettbewerbshüter der Europäischen Union allerdings die Notwendigkeit des bislang exklusiven Vertriebsnetzes der Autohersteller in Frage.

ddp.djn/anp/mwo






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