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18.03.2010 | 09:55

SGL Carbon zeigt sich nach Verlustjahr pessimistisch für 2010

In der größten Sparte Performance Products (PP) wird dabei mit einem Rückgang der Umsatzrendite auf unter 20% gerechnet, nach 24% im Vorjahr

DJ UPDATE: SGL Carbon zeigt sich nach Verlustjahr pessimistisch für 2010 (NEU: Weitere Aussagen des Unternehmens, Händlerstimme, Aktienkurs)

Von Heide Oberhauser-Aslan DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT (Dow Jones) Der Graphitspezialist SGL Carbon hat sich nach einem Konzernverlust im Krisenjahr 2009 auch pessimistisch für 2010 gezeigt. Lediglich leicht steigende Umsätze und ein operatives Ergebnis (EBIT) "nahe dem Niveau des Vorjahres" (vor Sonderabschreibungen) stellte der Konzern am Donnerstag in Aussicht. In der größten Sparte Performance Products (PP) wird dabei mit einem Rückgan

g der Umsatzrendite auf unter 20% gerechnet, nach 24% im Vorjahr. "2010 ist für uns ein Übergangsjahr, in dem es aus heutiger Sicht durchaus eine Herausforderung ist, die operativen Ergebnisse des Jahres 2009 zu erreichen", erklärte Vorstandsvorsitzender Robert Koehler. Mittelfristig bleibt Koehler jedoch zuversichtlich für die Geschäftsentwicklung des Konzerns. Der Manager erwartet 2011 wieder eine deutliche Verbesserung gegenüber 2009 und 2010. Im vergangenen Jahr hatte der Nachfrageeinbruch in vielen Kundenindustrien und eine Sonderabschreibung im Geschäftsfeld Carbon Fibres & Composites SGL Carbon in die Verlustzone gedrückt. Der MDAX-Konzern mit Sitz in Wiesbaden verbuchte im Krisenjahr 2009 einen Fehlbetrag von 60,3 Mio EUR. 2008 hatte SGL Carbon noch 190,5 Mio EUR Gewinn gemacht. Der Umsatz fiel um 24% auf 1,2 Mrd EUR, das Betriebsergebnis (EBIT) auf 36,4 (Vorjahr: 305,9) Mio EUR im Vorjahr. Auch vor Sonderaufwendungen ging das EBIT auf 110,4 Mio EUR zurück. Mit den Jahreszahlen lag das Unternehmen im Ganzen aber noch im Rahmen der von Dow Jones Newswires eingeholten Analystenprognosen. Wenig Zuversicht zeigte das Unternehmen für das laufende Jahr. Vor dem Hintergrund der steigenden Produktionsleistung in der Stahlindustrie sei zwar mit einer Erhöhung der Absatzmenge bei Graphitelektroden zu rechnen, sie werde aber immer noch unter dem Vorkrisenniveau liegen, hieß es. Zudem erwartet SGL Carbon, dass die Rohstoffpreise 2010 nicht in vollem Umfang an die Kunden weitergegeben werden können. Damit werde der Effekt höherer Mengen teilweise aufgehoben, erklärte das Unternehmen. Mit einer im Vergleich zum Vorjahr schwächeren Entwicklung rechnet SGL im Kathodengeschäft. Die meisten Erhaltungsinvestitionen in der Aluminiumindustrie seien mittlerweile abgeschlossen, der Bau neuer Aluminiumwerke sei auf die Jahre nach 2010 verschoben worden, begründete der Konzern seine pessimistische Einschätzung. Für die Sparte Performance Products (PP) erwartet das Unternehmen daher, dass die Umsatzrendite vorübergehend unter das mittelfristige Renditeziel von mindestens 20% fallen wird, nach 24% in 2009. Im abgelaufenen Jahr war der Spartenumsatz um 34% auf 641,6 Mio EUR zurückgefallen, das EBIT sank um 49% auf 151,3 Mio EUR. Im Geschäftsbereich Graphite Materials & Systems (GMS) geht SGL Carbon für 2010 von einem Umsatz und Ergebnis etwa auf dem Niveau des Vorjahres aus. Im Jahr 2009 war der Spartenumsatz um 12% auf 365 Mio EUR gefallen, das EBIT verminderte sich um 51% auf 28 Mio EUR. Seit Jahresanfang verzeichnet die Sparte den Angaben zufolge einen steigenden Auftragseingang. Für die zweite Jahreshälfte rechnet SGL mit einer Nachfragebelebung. Wenig optimistisch gab sich der Graphitspezialist auch für die Sparte Carbon Fibers & Composites (CFC). Hier belasten nach Unternehmensangaben unter anderem eine niedrige Nachfrage und anhaltender Preisdruck in der Carbonfaserindustrie. Für 2010 sagt das Unternehmen für die Sparte dennoch steigende Umsätze und eine deutliche Ergebnisverbesserung voraus. 2009 hatte CFC ein EBIT (vor Wertminderungsaufwand) von minus 22,9 Mio EUR erzielt, nach plus 8,9 Mio EUR im Vorjahr. Mit Kursabschlägen bei SGL rechnen Händler nach den Zahlen. "Die Gewinnschätzungen müssen zurückgenommen werden", sagt ein Marktteilnehmer. Er verweist darauf, dass SGL trotz leicht steigender Umsätze in diesem Jahr lediglich ein stagnierendes EBIT erwartet. Der Konsens gehe aber von steigenden Gewinnen aus. "Die Margen geraten unter Druck, steigende Rohstoffpreise können vermutlich nicht überwälzt werden", so Heino Ruland von Ruland Research. Er empfiehlt die Aktie mit einem "Fair Value" von 19 EUR zum Verkauf. Die Aktie von SGL Carbon verliert zum Börsenstart 4,2% auf 22,13 EUR. Webseite: www.sglgroup.com

- Von Heide Oberhauser-Aslan, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29 725 113, heide.oberhauser@dowjones.com

DJG/hoa/kla Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

(END) Dow Jones Newswires March 18, 2010 04:25 ET (08:25 GMT) Copyright (c) 2010 Dow Jones & Company, Inc.






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