Sicherheitsberater - Karsais Berater: Übernahme der Verantwortung in fünf Jahren möglich
Afghanistans nationaler Sicherheitsberater, Rangin Dadfar Spanta, hält eine vollständige Übernahme der Sicherheitsverantwortung durch einheimische Behörden binnen fünf Jahren für möglich. Bereits in drei Jahren könnte der afghanische Staat die Führung in Krisenregionen übernehmen, sagte Spanta der Onlineredaktion der Münchner Sicherheitskonferenz, securityconference.de.
Allerdings müssten dafür «alle Koordinaten stimmen: Ausbildung, Ausrüstung und Steigerung von Kapazitäten des Staates Afghanistan». Der Sicherheitsberater betonte: «Wir machen uns Sorgen, dass die internationale Gemeinschaft uns frühzeitig verlässt, aber wir wünschen uns, dass die internationale Gemeinschaft uns militärisch rechtzeitig verlässt.»
Der in Deutschland ausgebildete Politikwissenschaftler und frühere Außenminister Afghanistans zeigte sich zudem verwundert über die heftige Diskussion in der Bundesrepublik über zivile Opfer bei dem durch die Bundeswehr angeforderten Luftangr
«Krieg ohne zivile Opfer gibt es nicht», sagte Spanta. Dies sei schmerzhaft und beschämend, aber es sei ein Faktum der modernen Kriegsführung. Die Debatte müsse sich nun darum drehen, «wie können wir durch richtige Maßnahmen das Leben der Zivilbevölkerung schützen und verhindern, dass sie von Terroristen als Schutzschild benutzt wird».
Viele in Deutschland hätten den falschen Eindruck, dass die Bundeswehr in Afghanistan die zivile Bevölkerung umbringe, beklagte Spanta, der selbst viele Jahre in der Nähe von Aachen gelebt hat. Durch die Debatte über den verheerenden Luftschlag mit wohl 142 Toten seien die Aufbauaktivitäten in den Hintergrund geraten.
Dabei benötige die afghanische Bevölkerung dringend mehr Wiederaufbau. «Die afghanische Bevölkerung braucht Bewässerungsanlagen, Schulen, Kliniken und Entwicklungspolitik», sagte der Berater von Präsident Hamid Karsai.
Das Thema Afghanistan steht am Sonntag im Mittelpunkt der Beratungen der Sicherheitskonferenz. Unter anderem werden sich Karsai und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) an der Diskussion beteiligen.
München (ddp-bay)
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