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Politik-News
09.02.2009 | 19:05

(Übersicht - Neu: Grüne) Finanzhilfe für kinderlose Paare bei künstlicher Befruchtung

Dresden (ddp-lsc) Kinderlose Paare in Sachsen können sich ab März einen Teil der Kosten für eine künstliche Befruchtung vom Freistaat erstatten lassen.

Dresden (ddp-lsc). Kinderlose Paare in Sachsen können sich ab März einen Teil der Kosten für eine künstliche Befruchtung vom Freistaat erstatten lassen. Das Angebot soll nach dem drastischen Rückgang der vergangenen Jahre zu einem Wiederanstieg der Patientenzahlen führen und eine «soziale Selektion» verhindern, sagte Sozialministerin Christine Clauß (CDU) am Montag in Dresden.

Seit der Gesundheitsreform im Jahr 2004 müssen gesetzlich Krankenversicherte die Hälfte der Kosten der Behandlung zahlen. Danach sei die Zahl der Geburten nach künstlichen Befru

chtungen um rund 50 Prozent zurückgegangen, sagte Clauß. Die Zahl der Behandlungen lag den Angaben zufolge 2007 bei rund 1200. 2004 waren es noch rund 2800.

Das nach Ministeriumsangaben bundesweit einmalige Angebot gilt für gesetzlich versicherte Ehepaare, wobei die Frau zwischen 25 und 40 Jahre und der Mann zwischen 25 und 50 Jahre alt sein muss. Zudem muss das Paar seit mindestens einem Jahr in Sachsen wohnen und die Behandlung in einer sächsischen Einrichtung erfolgen.

Unterstützung gibt es ab dem zweiten bis zum vierten Behandlungszyklus. Für den zweiten und dritten Versuch erhalten Paare - je nach Art der Behandlung - einen Zuschuss von 800 bis 900 Euro, für den vierten zwischen 1600 und 1800 Euro. Die Gesamtkosten für eine Behandlung liegen nach Angaben von Hans-Jürgen Held, der in Dresden eine reproduktionsmedizinische Praxisklinik betreibt, im Schnitt bei 3200 Euro. Held rechnet aufgrund der Zuschüsse mit rund 300 mehr durch künstliche Befruchtung gezeugten Kindern in Sachsen.

Die Grünen-Fraktion warf der Staatsregierung vor, es gehe ihr nur um die Förderung der Reproduktion und nicht um die individuellen Probleme der Betroffenen. Sonst würde sie sich mehr um die finanzielle und personelle Unterstützung in der psychosozialen Beratung bemühen, sagte die sozialpolitische Sprecherin Elke Herrmann. Es sei «unverantwortlich, eine Million Euro Zuschuss in die medizinische Behandlung zu stecken, bei Misserfolg die Menschen aber allein zu lassen», sagte sie.

ddp/jfr/pon






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