Lexikon

Abzugsgeld (escape fee; detraction)

Eine frühere, im voraus in Bargeld zu entrichtende Abgabe für Bürger, die aus dem Verband einer (Stadt)Gemeinde bzw

Eine frühere, im voraus in Bargeld zu entrichtende Abgabe für Bürger, die aus dem Verband einer (Stadt)Gemeinde bzw. einer Herrschaft wegziehen (Auswanderer, out-migrants), auch als Abfahrtsgeld, Abschiedsgeld, Abschossgeld, Hebgeld, Loskaufgeld, Nachschossgeld, Nachsteuergeld und Permissionsgeld, lateinisch: CENSUS EMIGRATIONIS bezeichnet. Soweit von (heimlichen) Emigranten (etwa nach den USA) kein Abzugsgeld entrichtet wurde, machte man in vielen deutschen Territorialstaaten die Angehörigen für die (Nach)Zahlung der entsprechenden Beträge haftbar; junge Leute, die sich ausserhalb der Gemeinde verehelichen und dort in Besitztum einheiraten, alle, die Eltern oder Verwandte beerben wollten (auch Erbpfundgeld genannt: praktisch eine Erbschaftsteuer). Eine Zuwendung an Soldaten, die aus dem Heeresdienst ausschieden, auch Marschgeld genannt. Siehe Annehmungsgeld, Anzugsgeld, Dienstgeld.

© Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Universität Siegen

Buchstabe A


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