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18.11.2020 - 18:52 Uhr

Unm?glicher Alltag : Der Mangel an sicheren Klos in etlichen L?ndern ist ein Desaster - vor allem f?r Menschen mit Geb?rmutter. F?r sie ist er ein Entwicklungshindernis.

Berlin - Welttoilettentag klingt ja immer ein bisschen lustig - nach Lokus- und Pipi-Witz, nach dem etlichsten Awareness-Day, vielleicht sogar nach: ?berfl?ssig? Sch?n w?re es. Leider aber haben immer noch 4,2 Milliarden Menschen auf der Welt keinen Zugang zu sauberer, sicherer ...

Berlin - Welttoilettentag klingt ja immer ein bisschen lustig - nach Lokus- und Pipi-Witz, nach dem etlichsten Awareness-Day, vielleicht sogar nach: ?berfl?ssig? Sch?n w?re es. Leider aber haben immer noch 4,2 Milliarden Menschen auf der Welt keinen Zugang zu sauberer, sicherer Sanit?rversorgung - sie k?nnen nicht einfach zur Toilette spurten und danach die H?nde waschen, um sich und andere vor Covid-19 und anderen Infektionen zu sch?tzen.

Tats?chlich ist der Mangel an sicheren, sauberen Klos in etlichen L?ndern ein Desaster - f?r alle Menschen, aber auf besondere Art und Weise f?r Menschen mit Geb?rmutter. Ein generell kleineres Blasenvolumen, das Wechseln von Menstruationsprodukten, Blasenschw?che nach einer Schwangerschaft sind nur drei der Gr?nde, warum Frauen schlicht h?ufiger die Toilette aufsuchen m?ssen. Verwehrt man ihnen nun anst?ndige Sanit?ranlagen, wird ihre Bewegungsfreiheit im Alltag stark eingeschr?nkt. Der Mangel wird auch zum Entwicklungshindernis, wenn dies zum Beispiel M?dchen daran hindert, mangels ausreichender Hygieneeinrichtungen zur Schule zu gehen. Die NGO Water Aid hat 2017 errechnet, dass Frauen und M?dchen ohne Toi?letten jedes Jahr 97 Milliarden Stunden damit verbringen, einen sicher (https://www.wateraid.org/media/dirty-water-and-lack-of -safe-toilets-among-top-five-killers-of-women-worldwide) en Ort f?r ihr Gesch?ft zu suchen. Was f?r ein entw?rdigender Zustand.

F?r die Allt?glichkeit des Toilettengangs gehen Frauen und M?dchen zudem ein hohes Risiko ein: Sie seien in und um Wasser- sowie Sanit?ranlagen und Toiletten sogar am st?rksten gef?hrdet "f?r geschlechtsspezifische Gewalt, einschlie?lich Vergewaltigung", erinnern ?ber 20 UN-Be?richterstatter*innen in einem Statement zum Welttoilettentag (https://www.ohchr.org/EN/NewsEvents/Pages/DisplayNews.aspx ?NewsID=26510&LangID=E) . Wenn Frauen im Dunkeln weite Wege auf sich nehmen m?ssen, um sich zu entleeren, gehen sie halt nicht. In manchen Fl?chtlingslagern h?rt man etwa von der Praxis, ab nachmittags keine Getr?nke mehr zu sich zu nehmen, um nachts nicht in Verlegenheit zu kommen. Verkneifen und nix trinken - es braucht keine ?rztin, um darin ein Gesundheitsrisiko zu erkennen.

Pressekontakt:

taz - die tageszeitung Ariane Lemme Telefon: +49 30 25902 255 meinung@taz.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/42630/4767577 taz - die tageszeitung

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