09.07.2019 - 23:06 Uhr

Westfalen-Blatt: ein Kommentar zu Talkshows

Bielefeld - Demokraten, die den meinungsbildenden Diskurs schätzen, sind bei TV-Talkshows an der falschen Adresse. In Spartensendern mag so ein Gespräch gelingen, bei ARD und ZDF verhindert schon der Moderator, erkennbar unvorbereitet, aber auch, so ist zu merken, viel ...

Bielefeld - Demokraten, die den meinungsbildenden Diskurs schätzen, sind bei TV-Talkshows an der falschen Adresse. In Spartensendern mag so ein Gespräch gelingen, bei ARD und ZDF verhindert schon der Moderator, erkennbar unvorbereitet, aber auch, so ist zu merken, viel zu oft intellektuell überfordert, jeden Erkenntnisgewinn. Erkenntnis? Plasberg & Co. werden im Rundfunkstaatsvertrag gar nicht unter Information, sondern im Sektor »Unterhaltung« gelistet. Also: Welches Schweinderl hätten'S denn gern? Das rechts außen? Bitte sehr. Einer nimmt das grüne, einer das mittige, und los geht's, das Spiel um Gut und Böse, Schwarz und Weiß. Schattierungen? Zu komplex. Fakten? Zu anstrengend. Polarisierung geht einfacher, bevorteilt aber leider dielunatic fringe am radikalen Rand. Im Überschwang ihres Ich-Geschreis übersehen die Streiter, dass die AfD eine Ein-Punkt-Partei ist (»Flüchtlinge raus«), also gar kein Programm hat, über das sich zu reden anböte. Dann aber entfiele ja gleich der ganze Talk. Hilfe! Und so trifft, was laut 1. Kor. 13,8 für die Liebe gilt, auch auf die faktenentleerte TV-Laberrunde zu: Sie höret niemals auf.

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