24.03.2020 - 21:56 Uhr

Der Sport siegt / Kommentar von Tobias Goldbrunner zu Olympia

Mainz - Diese Entscheidung war längst überfällig. Es wäre unverantwortlich gewesen, an der Ausrichtung der Olympischen Spiele in diesem Jahr festzuhalten. Klar, fest steht: Allein die Verschiebung wird zu Kosten in Höhe von rund 5,7 Milliarden Euro führen. Aber jedes Menschenleben, das dadurch ...

Mainz - Diese Entscheidung war längst überfällig. Es wäre unverantwortlich gewesen, an der Ausrichtung der Olympischen Spiele in diesem Jahr festzuhalten. Klar, fest steht: Allein die Verschiebung wird zu Kosten in Höhe von rund 5,7 Milliarden Euro führen. Aber jedes Menschenleben, das dadurch gerettet werden kann, ist es wert. Es war erschreckend, wie stur IOC-Präsident Thomas Bach zuletzt am Termin Ende Juli festgehalten hat. Während um ihn herum die Opferzahlen gestiegen sind. Der Funktionär hat auf Zeit gespielt - und er hätte es wohl auch weiter getan. Dass der Druck auf ihn jetzt zu groß wurde, ist ein Triumph für die Sportler. Rund um den Globus haben die Athleten ihre Stimmen erhoben, die Verschiebung gefordert. Weil sie Planungssicherheit brauchen, und weil für sie die Menschlichkeit an erster Stelle steht. Ob Bach die Coronakrise in beruflicher Hinsicht überstehen wird, ist ungewiss. Der ehemalige Weltklasse-Fechter mag sich darauf berufen, dass er sich juristisch korrekt verhalten wollte. Der 66-Jährige hätte als echte Führungspersönlichkeit aber früher die Reißleine ziehen müssen. Was klar ist: Der Sport kann diese schwere Zeit als Chance nutzen. Bislang geben IOC, die Nationalen Olympischen Komitees und die Fachverbände den Takt vor. Die Athleten werden künftig mehr Gehör erhalten. Sie sind es ja schließlich auch, die so viel opfern, um uns zu begeistern. Für einige, die bereits qualifiziert werden, platzt der Traum von Olympia, andere bekommen jetzt eine neue Möglichkeit. Wir alle können uns auf stimmungsvolle Spiele 2021 freuen. Und durchatmen, dass die IOC-Hängepartie beendet ist - und der Sport gesiegt hat.

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