AfD verzeichnet 193 politisch motivierte Straftaten im ersten Halbjahr 2026

09.09.26 14:19 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Die Bundesregierung registriert im ersten Halbjahr 2026 besonders viele politisch motivierte Straftaten gegen AfD-Vertreter, während auch CDU, Grüne, SPD, Linke und CSU deutlich betroffen sind. Zugleich steigt die Gesamtzahl politisch motivierter Delikte weiter an.

AfD-Logo (Archiv)
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via dts Nachrichtenagentur

Im ersten Halbjahr 2026 ist die AfD nach Angaben der Bundesregierung am häufigsten Ziel politisch motivierter Straftaten gegen Parteirepräsentanten und Parteimitglieder gewesen.

Das geht aus der Antwort auf eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion hervor, über die die "Welt" berichtet.AfD bei Straftaten gegen Parteivertreter vornDemnach registrierten die Sicherheitsbehörden 193 Straftaten, die sich gegen Vertreter oder Mitglieder der AfD richteten.

Dahinter folgen CDU mit 121 Fällen, die Grünen mit 63, die SPD mit 61, die Linke mit 32 und die CSU mit 20 Delikten.

Von insgesamt 19 registrierten Gewaltdelikten gegen Parteivertreter im ersten Halbjahr gingen zwölf zu Lasten von AfD-Politikern oder AfD-Repräsentanten.Tatverdächtige häufig aus linkem SpektrumIn drei Vierteln dieser Gewaltdelikte wurden laut Bundesregierung Ermittlungen gegen Tatverdächtige aus dem linken Spektrum geführt. Die Zahlen fügen sich in einen längerfristigen Trend zunehmender politisch motivierter Kriminalität ein. Bereits 2025 hatten die Sicherheitsbehörden bundesweit 85.837 Fälle politisch motivierter Kriminalität erfasst und damit einen neuen Höchststand erreicht.CDU rückt stärker in den FokusAuffällig ist zugleich eine Verschiebung bei den betroffenen Parteien.

Während in den vergangenen Jahren neben der AfD vor allem die Grünen häufig Ziel politisch motivierter Delikte waren, rückt inzwischen die CDU stärker in den Fokus. Bei Straftaten gegen Parteirepräsentanten und Parteimitglieder liegt die Union mittlerweile auf Rang zwei hinter der AfD.Delikte oft ohne klares politisches SpektrumDie meisten politisch motivierten Straftaten gegen CDU-Vertreter lassen sich laut den Angaben allerdings keinem klaren politischen Spektrum zuordnen.

Auch bei Angriffen auf Parteigebäude ist die Union besonders betroffen.

Damit weitet sich das Feld der Ziele politischer Kriminalität über einzelne Parteien hinaus auf die gesamte Breite des demokratischen Parteiensystems aus.AfD-Plakate besonders häufig beschädigtEin anderes Bild zeigt sich bei Wahlplakaten.

Hier erfasste die Polizei im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 2.677 Straftaten. Am häufigsten betroffen waren Plakate der AfD mit 730 Fällen, gefolgt von Plakaten der Grünen mit 447 Delikten sowie solchen von CDU und CSU mit zusammen 347 registrierten Straftaten.

Die Zahlen unterstreichen, dass sich politische Angriffe nicht nur gegen Personen, sondern auch gegen die sichtbare Präsenz der Parteien im Straßenbild richten.
Die Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage der AfD-Fraktion zeigt eine deutliche Verschärfung des Klimas gegen politische Akteure, insbesondere gegen Vertreter der AfD. Gleichzeitig wird sichtbar, dass Gewalt und Sachbeschädigungen Parteien des gesamten demokratischen Spektrums betreffen, wenn auch in unterschiedlicher Intensität.Langfristige Zunahme politisch motivierter KriminalitätDie genannten 85.837 Fälle politisch motivierter Kriminalität im Jahr 2025 markieren bereits einen Höchststand und deuten auf eine längerfristige Dynamik hin. Politische Auseinandersetzungen verlagern sich zunehmend in den Raum von Bedrohungen, Angriffen und Sachbeschädigungen.

Betroffen sind sowohl Personen als auch Infrastruktur wie Parteibüros und Wahlplakate. Die aktuelle Halbjahresbilanz 2026 setzt diesen Trend fort und legt nahe, dass sich das Niveau politischer Gewalt nicht entspannt.Verschiebung der Zielscheibe zwischen den ParteienDie AfD bleibt mit Abstand am häufigsten betroffen, sowohl bei Straftaten gegen Parteivertreter als auch bei Angriffen auf Wahlplakate. Zugleich rückt die CDU im Vergleich zu den Vorjahren stärker in den Fokus und liegt nun bei Straftaten gegen Parteirepräsentanten auf Platz zwei.

Auffällig ist, dass viele Delikte gegen CDU-Vertreter keinem eindeutigen politischen Spektrum zugeordnet werden können, während bei Gewaltdelikten gegen AfD-Politiker überwiegend Tatverdächtige aus dem linken Spektrum ermittelt werden.Bedeutung für demokratische KulturAngriffe auf Politiker, Mitglieder und Kampagnenmaterial treffen die demokratische Willensbildung direkt: Wahlkampf vor Ort wird erschwert, Engagement in Parteien unattraktiver und die öffentliche Debatte weiter polarisiert. Wenn einzelne Parteien deutlich stärker betroffen sind, verstärkt dies den Eindruck eines asymmetrischen Konflikts. Zugleich zeigt die breite Betroffenheit von CDU, SPD, Grünen, Linken und CSU, dass die Grenze zwischen harter politischer Auseinandersetzung und strafbarer Gewalt zunehmend überschritten wird. Für Leserinnen und Leser bedeutet dies, dass demokratische Beteiligung und Wahlkampf immer stärker unter dem Druck eines aufgeheizten gesellschaftlichen Klimas stehen.

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