Deutsch-türkischer Agrarhandel: Rainer unterzeichnet Absichtserklärung
16.09.26 16:28 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hat bei einer Reise in die Türkei eine Absichtserklärung zum Ausbau des Agrarhandels mit seinem Amtskollegen Ibrahim Yumakli unterzeichnet. Ziel ist es, Handelshemmnisse zu senken, Forschung und Gesundheitsstandards zu stärken und die Zusammenarbeit beider Länder dauerhaft zu vertiefen.
via dts Nachrichtenagentur
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) will den Agrarhandel mit der Türkei deutlich ausbauen und die bilaterale Kooperation vertiefen.
Während seiner Türkeireise am Mittwoch betonte er, dies solle neuen Schub für deutsche Agrar- und Ernährungsexporte geben und im Rahmen der Agrarexportstrategie des Bundeslandwirtschaftsministeriums erfolgen.Rainer und Yumakli unterzeichnen AbsichtserklärungRainer reiste als erster deutscher Landwirtschaftsminister seit zehn Jahren in die Türkei und führte dort ein bilaterales Gespräch mit seinem türkischen Amtskollegen Ibrahim Yumakli. Im Anschluss unterzeichneten beide eine gemeinsame Absichtserklärung, mit der sie ihren Willen zu einer vertieften Zusammenarbeit im Agrarbereich bekräftigten.
Rainer sprach nach dem Treffen von einem sehr guten und vertrauensvollen Gespräch und hob das ungenutzte Potenzial in den Beziehungen hervor.Abbau von Handelshemmnissen und mehr ForschungIn der Absichtserklärung ist festgehalten, dass beide Seiten Handelshemmnisse bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen, Lebensmitteln, Agrartechnologien sowie den entsprechenden Dienstleistungen abbauen wollen.
Zudem soll Fachwissen ausgetauscht und die Zusammenarbeit in der Agrarforschung ausgebaut werden.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Kooperation bei Pflanzengesundheit und Veterinärmedizin, um Standards zu harmonisieren und den gegenseitigen Marktzugang zu erleichtern.Jährliche Treffen der Staatssekretäre geplantZur Verstetigung der neuen Partnerschaft sollen sich die Staatssekretäre beider Länder künftig einmal jährlich im Wechsel in Deutschland oder der Türkei treffen.
Bei diesen Treffen sollen aktuelle agrarpolitische Themen beraten und konkrete bilaterale Projekte angestoßen werden.
Damit wird die politische Vereinbarung durch eine kontinuierliche fachliche Zusammenarbeit unterlegt, die langfristig den Agrarhandel und die agrarwirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei stärken soll.
Die Türkeireise von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer markiert eine deutliche Akzentsetzung in der deutschen Agraraußenpolitik. Nach Jahren, in denen der Fokus vor allem auf EU-Partnern und ausgewählten Drittstaaten lag, rückt die Türkei als wichtiger Absatz- und Kooperationsmarkt stärker in den Blick. Der Schritt fügt sich in die strategische Linie, die Agrarexportstrategie des Bundeslandwirtschaftsministeriums mit gezielten bilateralen Partnerschaften zu unterlegen.Türkei als Wachstums- und TransitmarktFür die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft ist die Türkei nicht nur ein großer Binnenmarkt mit wachsender Bevölkerung, sondern auch ein Transitland zwischen EU, Nahost und Zentralasien.
Ein Abbau von Handelshemmnissen bei Lebensmitteln, Agrartechnologien und Dienstleistungen kann Unternehmen den Zugang erleichtern, etwa bei hochwertigen Verarbeitungsprodukten, Saatgut oder Landtechnik. Gleichzeitig bleibt der politische Rahmen anspruchsvoll: Menschenrechtsfragen, der Umgang mit Opposition und Medienfreiheit sind regelmäßig Gegenstand europäischer Debatten.
Die jetzt vereinbarte Kooperation konzentriert sich jedoch ausdrücklich auf agrarwirtschaftliche und wissenschaftliche Themen.Forschung, Gesundheit und langfristige StrukturBesonders bedeutsam ist die Rolle von Agrarforschung, Pflanzengesundheit und Veterinärmedizin in der Absichtserklärung. In Zeiten globaler Lieferketten, Tierseuchenrisiken und Klimafolgen in der Landwirtschaft sind abgestimmte Standards und gemeinsame Projekte für Betriebe und Verbraucher zentral. Die geplanten jährlichen Treffen der Staatssekretäre beider Länder deuten darauf hin, dass es sich nicht nur um ein singuläres politisches Signal, sondern um eine langfristig angelegte Struktur zur Koordination handeln soll. Für deutsche Unternehmen entstehen damit Chancen, ihre Präsenz im türkischen Markt auszubauen, während die Türkei von Know-how-Transfer und Investitionen profitieren kann.