Enerparc-Insolvenz: Teilverkauf soll bis Dezember gelingen
heute 16:18 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Der Insolvenzverwalter will einen ersten Teil des Hamburger Solarparkentwicklers noch 2026 verkaufen. Weitere Portfolios sollen im ersten Quartal 2027 folgen, während das operative Geschäft weiterläuft.
via dts Nachrichtenagentur
Der Verkaufsprozess für den insolventen Solarparkentwickler Enerparc ist gestartet.
Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus strebt einen ersten Teilverkauf bis Dezember an.Von der ersten Transaktion soll auch die Belegschaft umfasst sein; weitere Park-Portfolios sollen im ersten Quartal 2027 folgen.Gesamtverkauf bleibt das ZielNach Angaben von Denkhaus wird weiterhin versucht, Enerparc als Ganzes zu verkaufen.
Daneben seien auch andere Optionen möglich, während bereits Gespräche mit ersten potenziellen Käufern laufen.Für die Transaktion wurde die Investmentbank Rothschild & Co mandatiert. Der Insolvenzverwalter erklärte, das operative Geschäft laufe weiter und sei stabilisiert worden.Weitere Insolvenzanträge nicht ausgeschlossenEnerparc hatte Anfang September überraschend Insolvenz angemeldet.
Inzwischen stellten auch die Schwestergesellschaften pvwerk und Sonnen Tiefbau einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung.Denkhaus zufolge konnte bislang verhindert werden, dass weitere der insgesamt 492 mit Enerparc verbundenen Unternehmen einen Insolvenzantrag stellen.
Bei einer Unternehmensgruppe dieser Größe seien weitere Anträge jedoch nicht auszuschließen.90 Projekte im BauDer Hamburger Solarparkentwickler gehört zu den größten Unternehmen seiner Branche in Europa. Aktuell befinden sich rund 90 Projekte im Bau; das Portfolio verfügt insgesamt über eine installierte Leistung von 3,8 Gigawatt.Ende Juni war eine Finanzierung für mehrere Photovoltaik- und Batteriespeicherprojekte gescheitert. In der Folge geriet Enerparc in die Zahlungsunfähigkeit.
Der geplante Teilverkauf fällt in eine Phase, in der Solarprojekte trotz des politischen Ausbaus erneuerbarer Energien mit hohen Finanzierungsanforderungen verbunden sind. Projektentwickler müssen Grundstücke, Netzanschlüsse, Baukosten und langfristige Abnahme- oder Speicherlösungen finanzieren, bevor Anlagen Erträge erwirtschaften.Bei Enerparc erhöht die Größe der Unternehmensgruppe die wirtschaftliche Bedeutung des Verfahrens. Nach Angaben aus der dts-Meldung sind rund 90 Projekte im Bau, das Portfolio umfasst 3,8 Gigawatt installierte Leistung und 492 verbundene Unternehmen.
Ein Verkauf einzelner Portfolios kann deshalb kurzfristig Liquidität sichern, während ein Gesamtverkauf die integrierten Strukturen und die laufenden Projekte erhalten könnte.Entscheidend sind Finanzierung und ProjektfortführungDass die Finanzierung mehrerer Photovoltaik- und Batteriespeicherprojekte Ende Juni scheiterte, verweist auf die zentrale Schnittstelle zwischen Kapitalmarkt und Energiewende. Steigende Finanzierungskosten, komplexe Sicherheiten und Verzögerungen bei Netzanschlüssen können bei großen Projektbeständen schnell auf die Liquidität eines Entwicklers durchschlagen.Für Beschäftigte und Geschäftspartner ist zunächst maßgeblich, dass das operative Geschäft weiterläuft und ein erster Teilverkauf bis Dezember angestrebt wird. Die weiteren Portfolios sollen im ersten Quartal 2027 folgen. Ob Enerparc insgesamt erhalten bleibt oder in einzelne Einheiten und Projekte aufgeteilt wird, hängt damit vor allem vom Interesse potenzieller Käufer und der Finanzierbarkeit der laufenden Vorhaben ab.