Galeria beantragt Insolvenz für 83 Filialen – Linke fordert Schutzschirm
heute 14:53 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Galeria hat beim Amtsgericht Düsseldorf erneut Insolvenz beantragt. Der Betrieb in den 83 Filialen soll zunächst weiterlaufen, während die Linke einen Schutzschirm für rund 12.000 Beschäftigte fordert.
via dts Nachrichtenagentur
Die Warenhauskette Galeria hat beim Amtsgericht Düsseldorf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Der Geschäftsbetrieb in den 83 Filialen soll vorerst weiterlaufen, während die Linke einen Schutzschirm für die rund 12.000 Beschäftigten fordert.Schwerdtner fordert Konzept für ArbeitsplätzeLinken-Parteichefin Ines Schwerdtner verlangte ein tragfähiges Konzept, das Arbeitsplätze sichert und den Filialen eine Zukunft gibt. Noch mehr Personalabbau und eine schleichende Verwahrlosung der Häuser seien kein Sanierungskonzept, sondern führten in die nächste Krise, sagte sie dem Nachrichtenportal T-Online.Für die Beschäftigten sei die erneute Insolvenz eine Hiobsbotschaft, so Schwerdtner. Viele hätten seit Jahren um ihre Arbeitsplätze gekämpft, auf Geld verzichtet und mehrere Sanierungen mitgetragen.Kritik an Eigentümern und StaatshilfenEin Blankoscheck für Eigentümer Bernd Beetz und die US-Investmentgesellschaft NRDC komme nicht infrage, erklärte die Parteichefin. Es brauche zuerst einen Schutzschirm für die Beschäftigten und nicht für die Eigentümer.Schwerdtner kritisierte zudem, dass Gewinne privatisiert würden, während Beschäftigte bei Verlusten verzichten und der Staat einspringen solle. Dieses Modell müsse beendet werden.Vierter Insolvenzantrag binnen sechs JahrenGaleria hat nach 2020, 2022 und 2024 nun zum vierten Mal innerhalb von sechs Jahren einen Insolvenzantrag gestellt. Infolge der zurückliegenden Verfahren wurden zahlreiche Filialen geschlossen; zugleich flossen Staatshilfen in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro.Seit Sommer 2024 gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz. Nach Angaben des Unternehmens soll der laufende Betrieb zunächst fortgesetzt werden.
Die erneute Insolvenz führt Galeria in ein bekanntes Sanierungsmuster zurück. Bereits die Verfahren von 2020, 2022 und 2024 waren mit Filialschließungen und einem erheblichen Einsatz öffentlicher Mittel verbunden.
Dass der Betrieb zunächst in allen 83 Häusern weiterlaufen soll, verschafft dem Unternehmen Zeit für die Neuordnung, schafft aber noch keine Sicherheit für einzelne Standorte oder Arbeitsplätze.Für die rund 12.000 Beschäftigten steht neben der langfristigen Zukunft des Warenhauskonzerns zunächst die kurzfristige Absicherung ihrer Einkommen im Mittelpunkt. Im Insolvenzverfahren können Regelungen wie Insolvenzgeld eine zeitlich begrenzte Unterstützung ermöglichen; über die konkrete Ausgestaltung und mögliche weitere Maßnahmen entscheiden jedoch die zuständigen Stellen und der weitere Verlauf des Verfahrens.Sanierung unter öffentlichem DruckDer Fall berührt zugleich eine grundsätzliche Frage der deutschen Innenstädte: Warenhäuser sind häufig wichtige Anker für Einkaufsstraßen, ihre wirtschaftliche Tragfähigkeit hängt jedoch von Kosten, Standorten, Onlinehandel und der jeweiligen Nachfrage ab. Die Forderung der Linken nach einem Schutzschirm für die Beschäftigten richtet den politischen Fokus auf die Verteilung der Risiken.
Entscheidend wird sein, ob Eigentümer und Management ein belastbares Konzept für Filialnetz, Finanzierung und Beschäftigung vorlegen können.Für Kundinnen und Kunden läuft der Geschäftsbetrieb zunächst weiter. Veränderungen bei Sortiment, Öffnungszeiten, Gutscheinen oder einzelnen Standorten sind vom Fortgang des Verfahrens abhängig und nicht automatisch mit dem Insolvenzantrag entschieden.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragenn-tv: „Der Börsen-Tag Freitag, 2. Oktober 2026“ (02.10.2026)Der Beitrag bestätigt den Insolvenzantrag beim Amtsgericht Düsseldorf, den zunächst fortgesetzten Betrieb in 83 Filialen und die Betroffenheit von rund 12.000 Beschäftigten. Im Mittelpunkt stehen die offenen Fragen zu Insolvenzgeld und möglichen Standortschließungen.n-tv: „Der Tag auf ntv.de am Freitag, 2. Oktober 2026“ (02.10.2026)Auch dieser Beitrag bestätigt den erneuten Insolvenzantrag und den vorläufigen Weiterbetrieb der Filialen.
Anders als der Börsen-Tag liegt der Schwerpunkt auf der laufenden Nachrichtenübersicht; zusätzliche Angaben zu den Hintergründen oder möglichen Folgen enthält der Galeria-Abschnitt nicht.Beide Beiträge stimmen beim Insolvenzantrag und beim zunächst weiterlaufenden Filialbetrieb überein. Offen bleiben insbesondere die finanzielle Ursache des Verfahrens, die Zukunft einzelner Standorte und die konkrete Absicherung der Beschäftigten.