Jugendoffiziere: Röwekamp kritisiert Berliner Abschaffungspläne
vor 10 Minuten, dts-nachrichtenagentur.de
Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses warnt vor einem Signal gegen sicherheitspolitische Bildung. Anlass ist ein Vorhaben von Linken, SPD und Grünen in Berlin.
via dts Nachrichtenagentur
Röwekamp warnt vor Ende der JugendoffiziereDer Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Bundestags, Thomas Röwekamp (CDU), kritisiert die drohende Abschaffung von Jugendoffizieren an Berliner Schulen scharf. Anlass ist die Ankündigung von Linken, SPD und Grünen in einem Sondierungspapier für eine mögliche Hauptstadtkoalition.Vorwurf eines falschen SignalsRöwekamp sagte am Montag dem Nachrichtensender „Welt“, die Ankündigung sei „sicherheitspolitisch fatal und geht in der Wirkung weit über Berlin hinaus“. Schulen müssten darüber aufklären, welche Rolle die Bundeswehr habe und wie wichtig Landes- und Bündnisverteidigung seien.Deutschland werde militärisch bedroht, mahnte der CDU-Politiker. Es gehe darum, die Gesellschaft resilient zu machen und auf eine solche Bedrohung vorzubereiten.Anzeige | trading-house BörsenakademieKostenlose Trading-Webinare für PrivatanlegerLive lernen, live fragen.
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Wenn dies in Berlin nicht mehr stattfinde, sei das ein falsches Signal.Röwekamp bezeichnete das Vorhaben als weiteres Beispiel dafür, dass der geplante linke Koalitionsvertrag ein fatales Signal in die Gesellschaft sende. Nötig sei vielmehr eine solidarische und gerechte Aufstellung gegen eine mögliche militärische Bedrohung.Bundeswehr nicht nur als RekrutierungsthemaNach Röwekamps Darstellung geht es an Schulen nicht primär um Rekrutierung.
Vielmehr müsse das Bewusstsein dafür geschärft werden, dass ein Leben in Frieden, Freiheit und Demokratie gegen Bedrohungen verteidigt werden müsse.Er nehme bei Jugendlichen ein ernsthaftes Interesse an der Rolle der Bundeswehr wahr. Bei Gesprächen an Schulen über Wehrdienst und Wehrpflicht merke er, dass junge Menschen über diese Themen reden wollten.Debatte soll Gesellschaft erreichenRöwekamp forderte Gespräche über den Zweck der Bundeswehr, militärische Bedrohungen und die Verteidigung des Landes in jeder Schulklasse, aber auch an Küchentischen und in Sportvereinen. In anderen Ländern sei es selbstverständlich, dass sich eine Gesellschaft gemeinsam auf die Verteidigung gegen militärische Bedrohungen einstelle.
Die angekündigte Beendigung der Kooperationsvereinbarung zwischen Berlins Bildungsverwaltung und der Bundeswehr betrifft einen etablierten Zugang der Streitkräfte zu Schulen.
Jugendoffiziere informieren dort über sicherheits- und verteidigungspolitische Themen; sie sind nicht mit Karriereberatern der Bundeswehr gleichzusetzen.
Die politische Kontroverse entzündet sich deshalb sowohl an der Frage schulischer Neutralität als auch an der Bewertung sicherheitspolitischer Bildung.Das Berliner Sondierungspapier von Linken, Grünen und SPD steht im Zusammenhang mit der geplanten Aufnahme von Koalitionsverhandlungen. Im Bildungsbereich nennt es neben dem Ende der Bundeswehr-Kooperation weitere Vorhaben, darunter mehr Gemeinschaftsschulen, kostenfreie Bildungsangebote und eine unabhängige Beschwerdestelle gegen Diskriminierung und Mobbing. Die Entscheidung über eine mögliche Regierung ist damit Teil eines breiteren politischen Programms.Bundesweite Debatte über VerteidigungswissenRöwekamps Kritik verweist auf die veränderte sicherheitspolitische Lage und die Debatte über Wehrdienst, Bündnisverteidigung und gesellschaftliche Widerstandsfähigkeit. Für Schulen stellt sich dabei die praktische Frage, wie militärische Bedrohungen, Friedenssicherung und die Rolle der Bundeswehr sachlich, altersgerecht und multiperspektivisch behandelt werden können.
Eine Berliner Regelung hätte vor allem politische Signalwirkung; über Unterrichtsinhalte entscheiden weiterhin die zuständigen Länder.Für Eltern, Lehrkräfte und Schüler dürfte entscheidend sein, ob künftig andere externe Angebote an die Stelle der Jugendoffiziere treten und wie politische Bildung organisiert wird. Die Auseinandersetzung dürfte deshalb über Berlin hinausreichen, ohne dass die konkrete Ausgestaltung einer möglichen neuen Koalition bereits feststeht.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragenrbb24: „Sondierungspapier: Das planen Linke, Grüne und SPD für Berlin“ (18.10.2026)Der Beitrag ordnet das Ende der Kooperationsvereinbarung mit der Bundeswehr als einen Punkt des rund 30 Seiten umfassenden Sondierungspapiers ein. Der Schwerpunkt liegt auf dem Gesamtprogramm und den nun wahrscheinlichen Koalitionsverhandlungen, nicht auf Röwekamps Kritik.Der Berliner Bildungsstreit steht damit im größeren Zusammenhang der geplanten Regierungsbildung.
Offen bleibt, wie die angekündigte Änderung praktisch umgesetzt und welche Formen sicherheitspolitischer Bildung künftig an Berliner Schulen angeboten werden.