Kaufkraft der Deutschen steigt – Familien holen 3,7 Prozent auf
heute 09:08 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de
Nach den starken Preissteigerungen der vergangenen Jahre wachsen die finanziellen Spielräume vieler Haushalte wieder. Besonders Familien mit Kindern profitieren laut der Auswertung von einem realen Plus.
via dts Nachrichtenagentur
IW sieht mehr reale Spielräume für HaushalteDie Kaufkraft der Deutschen ist zuletzt wieder gestiegen, sodass sich die Menschen mit ihrem Einkommen mehr leisten können.
Das geht aus dem neuen Einkommensrechner des Instituts der deutschen Wirtschaft hervor, der auf Befragungen von 48.000 Haushalten für das Jahr 2024 beruht.Hohe Einkommen bleiben seltenSingles mit einem monatlichen Nettoeinkommen von mehr als 6.050 Euro gehören demnach zu den einkommensreichsten vier Prozent Deutschlands. Zugleich zählen sich nur wenige Menschen zur oberen Schicht, selbst wenn sie gemessen an ihrem Einkommen dazugehören.Die Ökonomin Judith Niehues vom IW sagte, die Verteilung auf die Gruppen von „relativ arm“ bis „relativ reich“ sei über die Dauer der Erhebungen ziemlich gleichgeblieben.Anzeige | trading-house BörsenakademieKostenlose Trading-Webinare für PrivatanlegerLive lernen, live fragen.
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Die hohe Inflation zehrte dieses Wachstum zunächst weitgehend auf, doch die jüngsten verfügbaren Daten zeigen nun auch eine Erholung der Kaufkraft.Bei Paaren mit Kindern verzeichnen die Forscher einen realen Zuwachs von 3,7 Prozent. Bei Paaren ohne Kinder beträgt das Plus rund drei Prozent.Einkommensgefüge bleibt weitgehend konstantNach Einschätzung von Niehues hat sich das Einkommensgefüge seit dem ersten interaktiven Einkommensvergleich für das Jahr 2014 grob kaum verändert. In den unteren wie in den oberen Einkommenssegmenten liegen demnach ähnlich große Bevölkerungsanteile wie damals.
Die IW-Auswertung beschreibt eine Verbesserung der realen finanziellen Spielräume, nachdem die Inflation die nominalen Einkommenszuwächse über längere Zeit weitgehend aufgezehrt hatte. Maßgeblich ist dabei nicht allein, wie viel Einkommen Haushalte erzielen, sondern welche Waren- und Dienstleistungsmenge sie sich davon leisten können.Der Anstieg fällt nach Haushaltstyp unterschiedlich aus. Familien mit Kindern verzeichnen mit 3,7 Prozent den stärksten genannten realen Zuwachs, während kinderlose Paare auf rund drei Prozent kommen.
Für die persönliche Einordnung bleiben jedoch Haushaltsgröße, Wohnkosten, regionale Preise und die Zusammensetzung des verfügbaren Einkommens entscheidend.Einkommensgruppen bleiben stabilDie Untersuchung verweist zugleich auf eine bemerkenswerte Konstanz der Einkommensverteilung.
Trotz höherer nominaler Einkommen haben sich die Anteile der Bevölkerung in den unteren und oberen Gruppen seit dem ersten Vergleich für 2014 grob kaum verschoben.
Ein allgemeiner Kaufkraftgewinn bedeutet daher nicht automatisch, dass sich die Abstände zwischen den Einkommensgruppen verringern.Für Verbraucher ist die Entwicklung dennoch relevant: Nach den starken Preissteigerungen der vergangenen Jahre können steigende Realeinkommen die Haushaltsbudgets wieder entlasten. Ob dieser Effekt im Alltag spürbar bleibt, hängt davon ab, wie sich Preise für Wohnen, Energie, Lebensmittel und Dienstleistungen weiterentwickeln.