Mutmaßlicher Brandanschlag auf Rohde & Schwarz: Zwei sitzen in Haft

heute 14:18 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Nach einer mutmaßlichen Brandattacke auf eine Baustelle vor der Zentrale von Rohde & Schwarz in München sitzen zwei bulgarische Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Die Ermittler prüfen nun ihre Verbindung zur Tat und mögliche Hintergründe.

Polizei (Archiv)
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via dts Nachrichtenagentur

Nach einer mutmaßlichen Brandattacke auf eine Baustelle vor der Zentrale des Technologiekonzerns Rohde & Schwarz in München sind zwei Tatverdächtige in Untersuchungshaft genommen worden.

Gegen die 28-jährige Bulgarin und ihren 38-jährigen Landsmann wurde Haftbefehl wegen Sachbeschädigung und versuchter Brandstiftung erlassen.Mutmaßlicher Angriff aus fahrendem AutoNach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft sollen die beiden Verdächtigen aus einem Auto heraus Brandsätze auf die Baustelle geworfen haben.

Ein Zeuge hatte in der Nacht zum Donnerstag beobachtet, wie aus dem Fahrzeug Gegenstände geworfen wurden, und alarmierte die Polizei.Einer der Brandsätze zündete im Bereich von Baucontainern, konnte jedoch von einer Polizeistreife gelöscht werden.

Dadurch entstand nur geringer Sachschaden, zudem wurde niemand verletzt.Spezialkräfte sichern weiteren BrandsatzEin weiterer Brandsatz, der nicht zündete, wurde von Spezialkräften der Polizei unschädlich gemacht. Die beiden Verdächtigen wurden wenig später an einer nahegelegenen Tankstelle festgenommen.Die Ermittler prüfen nun im Rahmen des laufenden Verfahrens die genaue Verbindung der Festgenommenen zu dem Vorfall. Zudem wird ein mögliches Motiv für die mutmaßliche Brandstiftung untersucht.
Der mutmaßliche Brandanschlag auf die Baustelle vor der Zentrale von Rohde & Schwarz in München reiht sich in eine Serie von Angriffen auf sicherheitsrelevante Ziele und Infrastruktur in Deutschland ein. In den vergangenen Tagen standen vor allem Umspannwerke und ein Kohlekraftwerk im Fokus, bei denen die Behörden teilweise wegen Sabotage und sogar wegen möglicher terroristischer Hintergründe ermitteln.Einordnung im sicherheitspolitischen KontextRohde & Schwarz ist ein bedeutender Technologiekonzern mit starkem Standbein in der Rüstungs- und Sicherheitsbranche. Anlagen rund um solche Standorte gelten als sensible Objekte, auch wenn der aktuelle Fall zunächst „nur" eine Baustelle betrifft und der Sachschaden gering blieb. Dass die Generalstaatsanwaltschaft unmittelbar Untersuchungshaft erwirkt, zeigt, wie ernst solche Taten inzwischen eingestuft werden – gerade vor dem Hintergrund erhöhter Aufmerksamkeit für Angriffe auf kritische Infrastruktur und sicherheitsrelevante Unternehmen.Mögliche Motive und Bedeutung für die ÖffentlichkeitZu den Motiven der Verdächtigen ist bislang nichts bekannt, die Ermittlungen dazu laufen noch. Denkbar sind politisch motivierte Taten, persönliche Konflikte oder kriminelle Hintergründe, ohne dass eine dieser Möglichkeiten derzeit belegt wäre. Für die Öffentlichkeit ist vor allem relevant, dass trotz des Angriffs keine Menschen verletzt wurden und die Polizei offenbar schnell vor Ort war. Der Fall macht zugleich deutlich, dass Baustellen, Zulieferbereiche und Randzonen großer Konzerne verwundbar sein können, auch wenn die eigentlichen Unternehmensgebäude gesichert sind.Ausblick auf weitere ErmittlungenIm nächsten Schritt dürfte es darum gehen, ob die Verdächtigen Verbindungen zu Gruppen oder Netzwerken haben oder ob sie isoliert gehandelt haben.

Zudem wird zu klären sein, ob der Angriff gezielt dem Unternehmen galt oder ob andere Motive im Vordergrund standen.

Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, lässt sich der Vorfall sicher einordnen – als Einzeltat oder als Teil eines größeren Musters von Angriffen auf wirtschaftliche und sicherheitsrelevante Ziele.

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