Olympiabewerbung: Berlin berät über Rückzug nach DOSB-Votum

heute 15:05 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Nach dem letzten Platz im DOSB-Evaluierungsbericht beraten Berlins Olympiabeauftragter, der Regierende Bürgermeister und die Sportsenatorin über das weitere Vorgehen. Der mögliche Rückzug würde das Rennen um die deutsche Bewerbung auf München und KölnRheinRuhr reduzieren.

Vorstellung der Berliner Konzepts für Olympia-Bewerbung wird vorgestellt im Mai 2025 (Archiv)
Vorstellung der Berliner Konzepts für Olympia-Bewerbung wird vorgestellt im Mai 2025 (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur

Berlin und seine Partner sind bei der Bewerbung um Olympische Spiele in Deutschland offenbar aus dem Rennen.

Olympiabeauftragter Kaweh Niroomand, der noch amtierende Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) sollen sich am Mittwoch in einem Dreiergespräch über einen sofortigen Rückzug der Berliner Bewerbung beraten.Auslöser ist der Evaluierungsbericht des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), in dem Berlin auf dem letzten Platz landete. Hinzu kommt der Ausgang der Berlin-Wahl, bei der die Linke mit ihrer Spitzenkandidatin Elif Eralp gewann und sich gegen Olympische Spiele in der Hauptstadt ausgesprochen hatte.Berlin fällt im DOSB-Vergleich zurückIm DOSB-Vergleich erhielt Berlin 74,6 Punkte. München kam auf 87 Punkte, die Region KölnRheinRuhr auf 85 Punkte.Die Bewertungskommission prüfte unter anderem die internationale Wettbewerbsfähigkeit und nationale Akzeptanz, die sportfachliche und operative Eignung, den langfristigen Nutzen, Kosten und Finanzierung sowie infrastrukturelle Sonderprojekte.Politischer Wechsel erhöht den DruckDie Berliner Bewerbung wird zusätzlich durch den politischen Umbruch belastet.

Eralp hatte sich bereits gegen die Bewerbung positioniert; ein Regierungswechsel könnte die bisherige Unterstützung im Abgeordnetenhaus ablösen.Das Berliner Konzept Berlin+ sieht neben der Hauptstadt auch Austragungsorte in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen vor. Über die deutsche Bewerbung soll der DOSB am 26. September in Baden-Baden entscheiden.Rückzug würde Auswahl verkleinernMit Berlin, München und KölnRheinRuhr stehen derzeit drei Bewerber im Verfahren.

Ein sofortiger Rückzug der Hauptstadt würde die Auswahl vor der Abstimmung auf München und KölnRheinRuhr begrenzen.
Die Berliner Bewerbung steht vor einer politischen und sportlichen Zäsur. Im DOSB-Vergleich lag Berlin mit 74,6 Punkten deutlich hinter München mit 87 Punkten und der Region KölnRheinRuhr mit 85 Punkten.

Die Bewertung bezog sich unter anderem auf internationale Wettbewerbsfähigkeit und nationale Akzeptanz, sportfachliche Eignung, langfristigen Nutzen, Finanzierung sowie Infrastruktur.Für Berlin wiegt zusätzlich der politische Wechsel schwer. Die Linke gewann die Abgeordnetenhauswahl, und ihre Spitzenkandidatin Elif Eralp lehnt Olympische Spiele in der Hauptstadt ab. Damit fehlt der Bewerbung absehbar die Unterstützung einer möglichen künftigen Regierungschefin. Der frühere Beschluss des Abgeordnetenhauses für das Konzept bindet eine neue Landesregierung nicht.Entscheidung vor der DOSB-AbstimmungDie Konkurrenz bleibt im Rennen: Der DOSB will am 26. September in Baden-Baden über die deutsche Bewerbung für die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 entscheiden.

Die Empfehlung der Evaluierungskommission ist nicht formell bindend, beeinflusst aber die Ausgangslage der Delegierten erheblich. Ein Berliner Rückzug würde die Auswahl auf München und KölnRheinRuhr verengen und zugleich die regionale Planung des Konzepts Berlin+ beenden, an der neben Berlin auch Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen beteiligt sind.Für die Berlinerinnen und Berliner geht es damit nicht nur um ein Sportereignis, sondern auch um langfristige Infrastruktur-, Finanzierungs- und Stadtentwicklungsentscheidungen.

Befürworter sehen in der Bewerbung eine Entwicklungsperspektive, Gegner verweisen auf Kosten, Prioritäten und die politische Zustimmung.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragenntv: „Olympia-Nein? Berlin-Befürworter gehen vor Wahlsiegerin Elif Eralp auf die Knie“ (22.09.2026)Der Beitrag stellt den politischen Konflikt nach dem Wahlsieg Elif Eralps in den Mittelpunkt. Er bestätigt, dass die Berliner Bewerbung durch ihre ablehnende Haltung unter Druck geraten ist, beschreibt aber vor allem den Appell der Olympia-Befürworter an die mögliche künftige Regierende Bürgermeisterin.rbb24: „Berlin nur Außenseiter im Rennen um deutsche Olympia-Bewerbung“ (23.09.2026)Der rbb hebt die DOSB-Bewertung hervor: Berlin erreichte 74,6 Punkte und lag damit hinter München und KölnRheinRuhr. Anders als der ntv-Beitrag konzentriert sich der Artikel auf die Bewertungskriterien, die bevorstehende DOSB-Abstimmung und die Folgen des Berliner Regierungswechsels.Beide Beiträge sehen die Berliner Bewerbung politisch und sportlich geschwächt. Offen bleibt, ob Berlin vor der DOSB-Mitgliederversammlung tatsächlich zurückzieht oder trotz der schlechten Bewertung antritt.

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