Olympiabewerbung Berlin soll vor DOSB-Entscheidung zurückziehen

heute 14:47 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Berlin will seine Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele offenbar zurückziehen. Die Entscheidung fällt wenige Tage vor der Auswahl des deutschen Kandidaten durch den DOSB.

Berlin will seine Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele offenbar zurückziehen.

Die dts Nachrichtenagentur meldete dies am Mittwoch aus Berlin, weitere Einzelheiten sollen folgen.Entscheidung vor DOSB-AuswahlBerlin gehört bislang zu den drei deutschen Bewerbern für die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Neben der Hauptstadt treten München und die Region Köln-Rhein-Ruhr an.Der Deutsche Olympische Sportbund will am 26. September 2026 bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in Baden-Baden entscheiden, welche Bewerbung Deutschland in das internationale Auswahlverfahren einbringt.Berlin in der Bewertung zurückDie DOSB-Evaluierungskommission bewertete München mit 87 Punkten und Köln-Rhein-Ruhr mit 85 Punkten.

Berlin kam auf 74,6 Punkte und lag damit auf dem dritten Platz.Das Berliner Konzept „Berlin+“ sieht neben der Hauptstadt auch Austragungsorte in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen vor. Zu den genannten Gründen für die schwächere Bewertung zählen große Entfernungen innerhalb des Konzepts und die fehlende Möglichkeit eines Referendums nach Berliner Verfassungsrecht.Politischer Druck nach der AbgeordnetenhauswahlDie Berliner Bewerbung steht zudem unter politischen Vorzeichen.

Die Linke, die bei der Abgeordnetenhauswahl stärkste Kraft wurde, lehnt die Olympia-Pläne ab; auch die Grünen haben sich gegen eine Bewerbung ausgesprochen.Das Berliner Abgeordnetenhaus hatte im Mai für das Olympiakonzept gestimmt. Dieser Beschluss bindet eine neue Landesregierung jedoch nicht.
Die Berliner Olympiabewerbung steht im Zusammenhang mit der nationalen Auswahl des Deutschen Olympischen Sportbundes.

Berlin bewirbt sich gemeinsam mit Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen um die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044; als weitere Kandidaten treten München und die Region Köln-Rhein-Ruhr an.Die Entscheidung des DOSB soll am 26. September 2026 bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in Baden-Baden fallen.

Nach der Bewertung der DOSB-Evaluierungskommission liegt Berlin mit 74,6 Punkten hinter München mit 87 und Köln-Rhein-Ruhr mit 85 Punkten.

Bewertet wurden unter anderem internationale Wettbewerbsfähigkeit, operative Eignung, Finanzierung, Kosten und langfristiger Nutzen.Politische Bedeutung für BerlinDie Bewerbung ist durch den Ausgang der Berliner Abgeordnetenhauswahl zusätzlich unter politischen Druck geraten.

Elif Eralp, deren Partei stärkste Kraft wurde, lehnt das Vorhaben ab und verweist auf bereits ausgegebene Millionen sowie andere finanzpolitische Prioritäten.

Ein Parlamentsbeschluss zugunsten des Olympiakonzepts bindet eine neue Landesregierung nicht.Für die Region hätte ein Rückzug unmittelbare Bedeutung: Das Konzept „Berlin+“ verteilt mögliche Wettbewerbe über mehrere Bundesländer und setzt auf bestehende Sportstätten sowie regionale Infrastruktur. International würde Berlin damit aus dem deutschen Auswahlverfahren ausscheiden; die Entscheidung über den deutschen Kandidaten wäre davon getrennt weiterhin beim DOSB. Über den Austragungsort entscheidet später das Internationale Olympische Komitee.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragenrbb24: „Berlin nur Außenseiter im Rennen um deutsche Olympia-Bewerbung“ (23.09.2026)Der Beitrag ordnet Berlin als Schlusslicht der DOSB-Bewertung mit 74,6 Punkten ein und nennt München sowie Köln-Rhein-Ruhr als besser bewertete Bewerbungen.

Zugleich wird die politische Unsicherheit nach der Berliner Wahl beschrieben; der Berliner Olympia-Beauftragte Kaweh Niroomand hatte einen Rückzug zuvor ausgeschlossen.NDR: „Deutsche Olympia-Bewerbung: Diese Metropole geht nicht mit Kiel als Segelstandort ins Rennen“ (23.09.2026)Der NDR stellt die unterschiedlichen Segelstandorte der Bewerber in den Mittelpunkt und verweist ebenfalls auf Berlins Rückstand in der Bewertung.

Gemeinsam ist beiden Beiträgen die Erwartung eines engen nationalen Auswahlverfahrens vor der DOSB-Abstimmung am 26. September; offen bleibt, ob Berlin seine Bewerbung tatsächlich zurückzieht oder bis zur Entscheidung aufrechterhält.

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